Packet Radio ist ein rechnerunterstütztes Kommunikationssystem, in dem Daten digital nach einem definierten Protokoll ausgetauscht werden. Dieses Protokoll ist abgeleitet aus der kommerziellen Datenübertragungstechnik. Die zu übertragenden Daten werden von einem Terminal über eine Schnittstelle (meist RS232C) an einen Terminal-Node-Controller (TNC) übergeben, der diese Daten wiederum aufbereitet und als Bitfolge in Päckchen definierter Länge an ein Modem weitergibt. Dieses Modem setzt die Bits in Töne unterschiedlicher Frequenz um, die auf den Modulatoreingang eines Funkgerätes gegeben werden. Bei der Gegenstation setzt ein Modem die empfangenen Töne in logische Nullen und Einsen um, die im TNC decodiert und als Daten am Terminal dargestellt oder abgespeichert werden. Die Übertragungsraten liegen im VHF/UHF-Bereich bei 1200Bit/s, vermehrt auch auf 9600 Bit/s, auf Kurzwelle bei 300 Bit/s. Können sich zwei Stationen gegenseitig nicht hören, ist die Verbindung über einen Digipeater möglich. Mehrere Digipeater können in einem Netz miteinander verbunden sein, so daß Verbindungen auch über sehr große Entfernungen möglich sind. In Mailboxen können Nachrichten und allgemeine Informationen gespeichert werden, auf die im Prinzip jeder Funkamateur über das Netz zugreifen kann. Packet Radio ist vor allem eine Betriebsart für UKW, wird aber auch auf Kurzwelle durchgeführt. Da das verwendete Protokoll nicht für die starken Störungen auf KW konzipiert ist, ist mit entsprechend häufigen Wiederholungen und damit niedrigem Durchsatz zu rechnen. Durch Zwischenverbindungen via Satelit oder ISDN sind auch Weltweite Verbindungsrunden möglich die als sogenannte Konversrunden bekannt sind.
Aktivitätsfrequenzen auf KW : 14089-14099, 14101-14112, 29210-29290 kHz. |