Wie aus Messungen hervorgeht, bietet ein vertikaler Halbwellenstrahler eine kleinere vertikale Halbwertsbreite und damit einen Gewinn von fast 1,7 dB. Etwas problematischer ist allerdings die Erregung eines vertikalen 1/2 Lambda-Strahlers. Würde man ihn in seiner geometrischen Mitte auftrennen und dort speisen, wie das bei horizontal polarisierten Dipolen die Regel ist, müßte man das Speisekabel mindestens über eine Länge von 1/2 Lambda waagerecht vom Antenneneingang wegführen, da andernfalls Anpassungsschwierigkeiten und starke Verzerrungen der Strahlungskarakteristik auftreten würden. Aus gleichen Gründen verbieten sich für solche Vertikaldipole auch senkrechte metallische oder geerdete Tragemaste, die aus mechanischen Erfordernissen in das Stralungsfeld des Dipoles hineinragen. Auch die Montage über einen möglichst langen horizontalen Ausleger (Vormastmontage) bildet mechanisch und elektrisch keine sehr brauchbare Lösung. Günstiger erscheint dagegen die Speisung am unteren Strahlerende. Allerdings befindet sich dort ein Spannungsmaximum mit einer Eingangsimpendanz von einigen tausend Ohm. Man muß nun diese hohe Impendanz auf einen Wert herabtransformatieren, der dem Wellenwiderstand des vorgegebenen Speisekabels entspricht. Eine kurzgeschlossene Viertelwellenleitung erlaubt die Widerstandsanpassung in einfachster Weise, und man erhält dann die J-Antenne. Auf der am Ende des Halbwellenstabes angebrachten Viertelwellen-Parallelrohrleitung treten alle Impendanzen von 0 (Kurzschluß) bis zu einigen tausend Ohm (Offenes Ende) auf. Man kann deshalb durch entsprechendes Abgreifen jedes beliebige Speisekabel anpassen. Der Abstand der Parallelrohre beträgt 10...20 mm, so daß das Speisekabel im lichten Raum zwischen den Parallelrohren noch Platz findet. Elektrisch bilden Abstand und Durchmesser der Parallelrohre und damit ihr Wellenwiderstand kein Kriterium; lediglich die elektrische Länge der paralelen Leitungen muß 1/4 Lambda betragen. Der kurzgeschlossene Fußpunkt ist geerdet, so das die gesamte Antenne Erdpotential bekommt. |